Etablierung der Acute Community Nurse aus Sicht des Rettungsdienstes

Authors

  • Katharina Adamek Studentin, FH IMC Krems; Mitarbeiterin, Notruf Niederösterreich, Bruck/ Leitha

DOI:

https://doi.org/10.31247/agnj.v1iS1.1

Keywords:

Präklinische Notfallmedizin, Grundlagenforschung

Abstract

Die vorgestellte Masterthesis beschäftigt sich mit folgenden Fragestellungen:
- Wie beurteilt der ortsansässige Rettungsdienst die Etablierung der Acute Community Nurses und ihre Auswirkungen auf die extramurale Versorgung?
- Welche Bedürfnisse hat der Rettungsdienst in der Zusammenarbeit mit ACN und welche Voraussetzungen müssen für erfolgreiches Teamwork erfüllt sein?
Zur Beantwortung der Forschungsfragen hat die Autorin mit insgesamt 26 Personen des Rettungsdienstes 7 leitfadengestützte Gruppeninterviews durchgeführt.
Immer mehr Notrufe werden wegen Hilfsansuchen zu Gesundheitsfragen und Pflegeproblemen abgesetzt [1], welche wegen fehlender Handlungsmöglichkeiten der Sanitäter*innen zu steigenden Transportzahlen führen [2]. „Acute Community Nurses“ stellen im Rahmen eines Pilotprojekts seit Mai 2020 in Bruck an der Leitha eine wohnortnahe Versorgungsalternative zu Rettungsdienst/ Spital dar. Tätig werden Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, welche gleichzeitig auch Notfallsanitäter*innen sind. Sie suchen Hilfesuchende rund um die Uhr in ihrem häuslichen Umfeld auf, beheben pflegerische Probleme, unterstützen bei Gesundheitsfragen oder dienen als Schnittstelle zu anderen Gesundheitsdienstleistenden. Aufgrund ihrer Doppelqualifikation werden sie auch bei medizinischen Notfällen, meist zusammen mit Rettungsteams, tätig [3]. Die Gruppeninterviews zeigten unter anderem einen Mehrwert der ACN in der Patientenversorgung durch ihre umfangreiche Ausbildung und langjährige Erfahrung in Rettungsdienst und Krankenhaus. Rettungsdienstmannschaften sehen ACN als Rückfallebene und werden für ihre erweiterten Kompetenzen, die sich aus der Kombination beider Berufsgesetze ergeben, gerne nachgefordert. In der gemeinsamen Versorgung wird ein erweiterter Blick der Pflege geschätzt, welcher Kranke ganzheitlich erfasst. Großes Potential liegt auch in der Schonung rettungsdienstlicher Ressoucen. ACN werden zu vielen subakuten Krankheitsbildern alleine ausgesandt und können Rettungswägen dadurch für Notfälle freispielen. Durch Therapiemöglichkeiten bei gewissen Krankheitsbildern, für welche der Rettungsdienst aufgrund fehlender Befugnisse bisher einen Notarzt hinzuziehen musste, kann außerdem zur Schonung von Notarztmitteln beigetragen werden.


1 Flake F, Schmitt L, Oltmanns W, Peter M, Thate S, Scheinichen F, Peters O (2018) Das Konzept Gemeindenotfallsanitäter/in. Projektskizze der Rettungsdienste Oldenburger Land zur optimierten Abwicklung von Notfalleinsätzen mit geringer vitaler Bedrohung. Notfall und Rettungsmedizin 21, 395-401. https://doi.org/10.1007/s10049-018-0426-7
2 Hoikka M, Silfvast T, Ala-Kokko T (2018) A high proportion of prehospital emergency patients are not transported by ambulance: a retrospective cohort study in Northern Finland. Acta Anaesthesiologica Scandinavica 5/2017. 61, Issue 5, 549-556. https://doi.org/10.1111/aas.12889
3 Notruf Niederösterreich. Abgerufen am 31.03.2022 von https://notrufnoe.com/acn/

Published

2022-04-21

How to Cite

Etablierung der Acute Community Nurse aus Sicht des Rettungsdienstes. (2022). AGN Journal, 1(S1). https://doi.org/10.31247/agnj.v1iS1.1

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