Anwendung einer zweimaligen NACA-Score Beurteilung in der präklinischen Notfallmedizin

Authors

  • Sandro Reiterer Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Graz, Österreich
  • Michael Eichinger Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Graz, Österreich https://orcid.org/0000-0001-8510-1123
  • Sascha Hammer Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Graz, Österreich
  • Lioba Heuschneider Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Graz, Österreich
  • Sebastian Labenbacher Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Graz, Österreich
  • Nikolaus Schreiber Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Graz, Österreich https://orcid.org/0000-0003-3691-8457

DOI:

https://doi.org/10.31247/agnj.v2iS1.42

Abstract

Hintergrund: In der präklinischen Notfallmedizin werden verschiedenste Scores zur Einsatzdokumentation herangezogen. Ein anerkannter Score, welcher zur Schweregradeinteilung von Notfallpatient*innen angewendet wird, ist der NACA-Score (National Advisory Committee for Aeronautics). Der potenzielle Nutzen einer zweimaligen Dokumentation dieses Scores zur Erfassung der dynamischen Veränderungen in Notfallsituationen ist jedoch noch ungewiss. Ziel dieser Studie war es, den potenziellen Nutzen einer zweimaligen Dokumentation des NACA-Scores im prähospitalen Umfeld zu bewerten und festzustellen, ob und in welchem Ausmaß sich NACA 1 von NACA 2 unterscheidet.

Methodik: In dieser retrospektiven Studie wurden Daten von prähospitalen Notfallpatient*innen analysiert, die zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Mai 2021 von Notärzt*innen des Stützpunkts Univ.-Klinikum Graz betreut und begleitet wurden. Demografische Daten der Patient*innen, NACA-Scores, Indikationen für die Notfallversorgung und Änderungen der NACA-Scores wurden aus den Einsatzprotokollen extrahiert. Statistische Analysen wurden durchgeführt, um die Zusammenhänge zwischen NACA-Scores, Notfallkategorien und Änderungen der NACA-Scores zu untersuchen.

Ergebnisse: Die Studie umfasste 4005 Patienten, die überwiegend als NACA III (33,7 % bei der Erstbeurteilung, 41,8 % bei der Folgebeurteilung) und NACA IV (31,6 % bei der Erstbeurteilung, 22,4 % bei der Folgebeurteilung) eingestuft wurden. Während der prähospitalen Versorgung kam es zu einer signifikanten Verbesserung der NACA-Werte (p<0,01), vor allem bei internistischen, neurologischen, traumatischen und pädiatrischen Notfällen. Zudem konnten bei der Erstbeurteilung geschlechtsspezifische Unterschiede festgestellt werden. So wurden Männer am häufigsten der NACA-Kategorie IV (32,3%) zugeordnet, während Frauen am häufigsten in der NACA-Kategorie III (37,3%) vertreten waren.

Schlussfolgerung: Unsere Studie zeigt, dass das zweimalige Beurteilen des NACA-Scores in der Präklinik machbar und sinnvoll ist, um die Dynamik der Notfälle besser darzustellen und in weiterer Folge besser für Forschung oder Qualitätsmanagement genutzt werden kann.

Published

2024-04-04

How to Cite

Anwendung einer zweimaligen NACA-Score Beurteilung in der präklinischen Notfallmedizin. (2024). AGN Journal, 2(S1). https://doi.org/10.31247/agnj.v2iS1.42

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