Prä-Post-Fragebogen-Evaluation eines Workshops zu neonatalen Gefäßzugängen mittels realitätsnaher Trainingsmodelle auf Basis biologischer Materialien

Authors

  • Hannah Wlattnig Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz, Österreich; Medizinercorps Graz, Österreichisches Rotes Kreuz Landesverband Steiermark, Graz, Österreich
  • Lukas Mileder Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz, Österreich
  • Helena Leonhartsberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz, Österreich; Medizinercorps Graz, Österreichisches Rotes Kreuz Landesverband Steiermark, Graz, Österreich
  • Gerhard Pichler Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz, Österreich
  • Bernhard Schwaberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz, Österreich; Medizinercorps Graz, Österreichisches Rotes Kreuz Landesverband Steiermark, Graz, Österreich

DOI:

https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.79

Abstract

Fragestellung Neonatale Gefäßzugänge stellen im präklinischen und klinischen Notfallsetting seltene, jedoch hochkomplexe Maßnahmen dar. Ziel dieser Untersuchung war es, die Veränderung der subjektiven Handlungssicherheit nach Teilnahme an einem neu etablierten Workshop zur Anlage neonataler Gefäßzugänge zu untersuchen. Das Hands-on-Training erfolgte dabei an von den Autor*innen entwickelten und adaptierten, realitätsnahen Modellen auf Basis biologischer Materialien.

Methoden Im September 2025 wurde an der Medizinischen Universität Graz eine Pilotstudie als explorative Prä-Post-Fragebogen-Evaluation im Rahmen eines erstmals durchgeführten „Neonatal Vascular Access“-Workshops umgesetzt. Teilnehmende waren Notfallsanitäter*innen des Medizinercorps Graz sowie Assistenzärzt*innen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz. Insgesamt 24 Teilnehmende wurden vor und nach dem Workshop mittels standardisierter Fragebögen befragt (Rücklaufquote 100 %). Die subjektive Sicherheit bei der Anlage eines Nabelvenenkatheters (NVK) und eines intraossären (i.o.) Zugangs sowie bei der ultraschallgezielten Punktion zentraler Gefäße wurde auf einer fünfstufigen Likert-Skala von 1 („trifft zu“) bis 5 („trifft gar nicht zu“) erhoben. Die statistische Auswertung der gepaarten Daten erfolgte mittels Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test.

Ergebnisse Für alle drei Gefäßzugangsarten zeigte sich nach Workshopteilnahme eine signifikante Verbesserung der subjektiven Sicherheitseinschätzung mit einer Verschiebung zu niedrigeren Likert-Werten.
Für den NVK sank der Median von 3 (IQR 2–4) auf 2 (IQR 2–3); der Anteil der Teilnehmenden mit hoher Sicherheit (Likert 1–2) erhöhte sich von 43 % auf 67 % (p = 0,0368). Auch für den i.o.-Zugang zeigte sich eine deutliche Verbesserung: Der Median sank von 4 (IQR 3–5) prä-Workshop auf 2 (IQR 2–3) post-Workshop. Bei der ultraschallgezielten Punktion zentraler Gefäße dominierten vor dem Workshop sehr niedrige Sicherheitseinschätzungen (Median 5, IQR 4–5). Nach dem Training sank der Median auf 2 (IQR 2–4); die niedrigste Sicherheitskategorie wurde nicht mehr gewählt.
Die eingesetzten Trainingsmaterialien wurden von 20 Personen als realitätsnah bewertet. 83 % der Teilnehmenden äußerten den Wunsch, vergleichbare Workshops idealerweise künftig regelmäßig zu besuchen.

Diskussion Ein realitätsnahes Simulationstraining mit biologischen Modellen im Rahmen des neu etablierten Workshops war mit einer signifikanten Steigerung der subjektiven Handlungssicherheit bei neonatalen Gefäßzugängen assoziiert.

Published

2026-04-09

How to Cite

Prä-Post-Fragebogen-Evaluation eines Workshops zu neonatalen Gefäßzugängen mittels realitätsnaher Trainingsmodelle auf Basis biologischer Materialien. (2026). AGN Journal, 3(S1). https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.79

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