Vergleich dreier Methoden zur notfallmäßigen Nabelvenenkatheterisierung

Authors

  • Maria Koch Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Klinische Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz, Österreich
  • Bernhard Schwaberger Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Klinische Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz, Österreich
  • Gerhard Pichler Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Klinische Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz, Österreich
  • Lukas Mileder Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Klinische Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz, Österreich

DOI:

https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.104

Keywords:

Neugeborene, Gefäßzugang, Nabelvenenkatheter, Simulation

Abstract

Fragestellung / Studienziel Die rasche Anlage eines Gefäßzugangs ist im Rahmen der Neugeborenenreanimation essenziell. Der Nabelvenenkatheter gilt hierbei als Zugang der Wahl, allerdings existiert hierfür bislang kein standardisiertes Vorgehen. Vor diesem Hintergrund sollen in dieser randomisierten Cross-over-Studie drei Methoden zur Nabelvenenkatheterisierung im Setting einer simulierten kardiopulmonalen Reanimation (CPR) verglichen werden.

Methoden Zwanzig freiwillige Fachärzt*innen (in Ausbildung) für Kinder- und Jugendheilkunde und Neonatolog*innen der Klinischen Abteilung für Neonatologie Graz werden an dieser Studie (Ethikkommissions-Nr. 1374/2025) teilnehmen. Das experimentelle Setting umfasst einen Neugeborenenreanimationstisch mit einem Neugeborenensimulator, der mit einem mit Kunstblut gefüllten humanen Nabelschnurrest vorbereitet wird. Die Studienteilnehmer*innen sollen, während laufender CPR durch Medizinstudierende, mit 1) Nabelvenenkatheter (5 French), 2) Venenverweilkanüle (18 Gauge) und 3) Einweg-Knopfkanüle (Länge 70 mm) in randomisierter Reihenfolge einen notfallmäßigen Gefäßzugang über die Nabelvene etablieren.
Die Beurteilung der Hauptzielgrößen (Erfolgsrate, definiert als Aspiration von Kunstblut; Zeitaufwand; Inzidenz von Gefäßverletzungen) erfolgt durch Analyse der vorgenommenen Videoaufzeichnungen. Demografische Daten der Teilnehmenden werden durch einen pseudonymisierten Fragebogen erhoben.
Die statistische Interimsanalyse präliminärer Daten erfolgte mittels SPSS 29. Die Daten sind als Mittelwert±Standardabweichung angegeben. Der Gruppenvergleich erfolgte mittels einfaktorieller Varianzanalyse (ANOVA).

Ergebnisse Seit Studienbeginn im Februar 2026 wurden fünf Teilnehmer*innen (vier Neonatolog*innen, eine Fachärztin) eingeschlossen. Die Erfolgsrate betrug für alle drei Methoden jeweils 100%. Die Zeit vom Durchtrennen der Nabelschnur bis zur erfolgreichen Aspiration betrug beim Nabelvenenkatheter 48,6 ± 14,8 s, bei der Venenverweilkanüle 43,8 ± 12,0 s und bei der Knopfkanüle 29,2 ± 9,4 s (p = 0,068). Es wurden keine Gefäßverletzungen beobachtet. Die Rekrutierung der 15 ausständigen Teilnehmer*innen ist im März 2026 geplant.

Diskussion / Schlussfolgerung Basierend auf diesen vorläufigen Daten zeigt sich ein statistischer Trend zugunsten der Knopfkanüle. Der mittlere Zeitaufwand war im Vergleich zum Mittelwert der beiden anderen Methoden um 36,8 % reduziert. Eine abschließende Bewertung bleibt der vollständigen Datenerhebung vorbehalten.

Published

2026-04-09

How to Cite

Vergleich dreier Methoden zur notfallmäßigen Nabelvenenkatheterisierung. (2026). AGN Journal, 3(S1). https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.104

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