Handlungssicherheit im psychiatrischen Notfall durch Simulationstrainings

Authors

  • Manuel Pfeilstecher Institut für Gesundheits- und Krankenpflege, FH JOANNEUM Graz, Austria
  • Christian Hermann Institut für Gesundheits- und Krankenpflege, FH JOANNEUM Graz, Austria
  • Daniel Rogan Institut für Gesundheits- und Krankenpflege, FH JOANNEUM Graz, Austria
  • Markus Lang Institut für Gesundheits- und Krankenpflege, FH JOANNEUM Graz, Austria

DOI:

https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.70

Keywords:

psychiatrischer Notfall, suizidale Krise, Simulationstraining

Abstract

Fragestellung / Studienziel Rheinberger et al. identifizieren einen Bedarf an Schulungen, die den Umgang mit Unsicherheit in suizidalen Krisen stärken und das bestehende medizinische Versorgungsmodell erweitern.[1] Die vorliegende Arbeit untersuchte daher den Einfluss eines realitätsnahen Simulationstrainings auf die subjektiv empfundene Handlungssicherheit, die kommunikative Kompetenz sowie die Selbsteinschätzung zur Anwendung der Nurses' Global Assessment of Suicide Risk (NGASR) bei Studierenden der Gesundheits- und Krankenpflege.

Methoden Ein Simulationstraining aus zwei aufeinander aufbauenden psychiatrischen Notfallsituationen wurde mittels Mixed-Methods-Design durch anonymisierte Fragebögen (11 Items; Prä-/Post-Design) und qualitative Freitexte evaluiert. Mangels individueller Zuordenbarkeit der Messpaare erfolgte die quantitative Analyse mittels Mann-Whitney-U-Tests für unabhängige Stichproben auf Kohortenebene, ergänzt durch eine thematische Auswertung der Rückmeldungen.

Ergebnisse Signifikante Verbesserungen zeigten sich insbesondere bei der Anwendung der NGASR-Skala (U = 1223,0; p < 0,001), der Einschätzung der Situationssicherheit (U = 1025,0; p = 0,002) sowie der Interpretation nonverbaler Signale (U = 992,5; p = 0,007). Keine statistischen Unterschiede wurden bei rein operativen Maßnahmen oder der therapeutischen Grundhaltung (z. B. Wertschätzung, p = 0,356) identifiziert. Die qualitativen Rückmeldungen bestätigen diese Effekte und heben die Realitätstreue durch externe Patientendarstellung sowie das strukturierte Debriefing als zentrale Faktoren für den Kompetenzzuwachs hervor.

Diskussion / Schlussfolgerung Das Simulationstraining stärkte die empfundene Handlungssicherheit sowie die kommunikative Kompetenz (insb. nonverbale Signale und Empathie) der Pflegestudierenden. Besonders relevant ist der subjektive Kompetenzzuwachs in der Risikoeinschätzung (NGASR). Diese Fähigkeiten sind entscheidende Schlüsselelemente für die Sicherheit und den weiteren psychiatrischen Betreuungsprozess.

Author Biography

  • Manuel Pfeilstecher, Institut für Gesundheits- und Krankenpflege, FH JOANNEUM Graz, Austria

     

     

References

Rheinberger D, Wang J, McGillivray L, et al. Understanding emergency department healthcare professionals' perspectives of caring for individuals in suicidal crisis: A qualitative study. Front Psychiatry 2022;13:918135.

Published

2026-04-09

How to Cite

Handlungssicherheit im psychiatrischen Notfall durch Simulationstrainings. (2026). AGN Journal, 3(S1). https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.70

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